Tipps der  Gartenfachberaterin der Bezirksorganisation der Kleingärtner Hietzing/Penzing

 12.06.2025

Eine Information der Gartenfachberater:

Der Kleingarten im Schatten der Klimaänderung 

Die Klimaänderung wirkt sich vermehrt auf unsere Gärten aus, immer längere Trockenperioden wechseln sich mit Starkregenereignissen ab, die ausgetrockneten Böden können dann die großen Regenmengen nicht mehr aufnehmen.

Hier einige Tipps:

Bepflanzung anpassen

Für eine wassersparende Bewässerung eignen sich besonders Pflanzen, die Trockenheit gut vertragen oder spezielle Anpassungen entwickelt haben:

  • Stauden und Sukkulenten: Fetthenne, Hauswurz, Mauerpfeffer, Königskerze, Fingerhut.
  • Mediterrane Kräuter: Lavendel, Rosmarin, Thymian, Katzenminze

(anspruchslos, viele kleine Blüten, zieht Bienen an, trockenheitsresistent)

  • Blühpflanzen: Sonnenhut (Echinacea), Sonnenbraut, Pfingstrosen, Bergenien,  Nachtkerzen, Kapkörbchen, Glockenblumen, Steinquendel, Königskerze, Bartblume (anspruchslos, blüht intensiv und benötigt wenig Wasser), Edeldistel (Eryngium, auffällige, blaue Blüten, sehr trockenheitsverträglich), Kornblume (sehr robust, lange Blütezeit von Mai bis September, leuchtend blaue Blüten, ideal für Blumenwiesen und trockene Standorte), Löwenmäulchen: Blüht üppig und verträgt Trockenheit gut.
  • Sträucher und Gehölze: Liguster, Sommerflieder (Buddleja), Felsenbirne, Perückenstrauch, Pfaffenhütchen, Glanzmispel, Kornelkirsche, Robinie.
  • Bodendecker: Wollziest, Sand-Thymian, Filziges Hornkraut.
  • Gräser: Chinaschilf, Pampasgras.
  • Wiese anstatt Rasen nicht zu oft, und nicht zu tief mähen während derTrockenperiode

Diese Pflanzen benötigen nach dem Anwachsen meist nur wenig zusätzliche Bewässerung und sind ideal für einen besonders wassersparenden blütenreichen Garten.

Die Pflanzung von unbelaubten Obstbäumen und Sträuchern ist im Herbst idealer, da sich die Pflanze vor der nächsten Vegetationsperiode bereits gut verwurzeln können.

            Bodenverhältnisse anpassen 

Mulchen hat viele Vorteile für Garten und Rasen:

  • Es schützt den Boden vor Austrocknung, indem es die Verdunstung von Wasser verringert und die Feuchtigkeit länger speichert. Dadurch muss weniger gegossen werden.
  • Die Mulchschicht isoliert den Boden: Sie kühlt im Sommer und wärmt im Winter, was die Vegetationsperiode verlängert.
  • Mulch schützt vor Erosion durch Regen und Wind, verhindert Verschlämmung und Bodenauswaschung.
  • Organisches Mulchmaterial zersetzt sich langsam und gibt wertvolle Nährstoffe an

den Boden ab, was den Bedarf an Dünger reduziert, und das Bodenleben fördert.

  • Mulchen unterdrückt Unkrautwachstum, da die Mulchschicht das Licht blockiert und Unkraut das Durchwachsen erschwert.
  • Es fördert ein vitaleres und widerstandsfähigeres Pflanzenwachstum, etwa bei Rasen oder Gemüse.
  • Zudem ist Mulchen eine nachhaltige Methode, Gartenabfälle wie Rasenschnitt oder Laub sinnvoll zu verwerten.

Kurz gesagt: Mulchen schützt den Boden, spart Wasser, fördert die Pflanzen und erleichtert die Gartenpflege.

Geeignetes organisches Mulchmaterial: Rindenmulch oder Rindedeko aus dem Handel

Rasenschnitt (nur dünn auftragen! da dieser sonst gärt oder mähen ohne Fangkorb, abtrocknen lassen und dann auftragen),

Laub/Blätter, Brennnesseln (Wurzeln und Blütenstände entfernen) Blätter von Gemüsepflanzen (Paradeiser, Zucchini, Zwiebelschalen, Erdäpfelschalen, …) Gehäckselte Äste

Richtiges Gießen 

Prinzipiell ist festzuhalten: Es soll weitestgehend vermieden werden mit Trinkwasser zu gießen!

Mit Trinkwasser nur dann gießen, wenn Regenwasser aufgebraucht ist!

Daher ist das Sammeln von Regenwasser sehr wichtig, Regentonnen auf Ebenen Untergrund aufstellen, mehrere Tonnen mit Überlauf verbinden. Die Behälter unbedingt abdecken, zumindest mit Gitternetz – je engmaschiger um so schwerer können Gelsen ihre Larven ablegen, Kleintiere können darin nicht ertrinken.

Gegen Mückenlarven gibt es im Handel Bacillus Thuringiensis israelensis zum Beimpfen der Regentonnen, es reicht aber auch die Tonnen alle 12 Tage zu leeren, bzw. die Larven mit Netz abzufischen. Einige Tropfen Speiseöl verändern die Oberflächenspannung – dadurch ertrinken die Mückenlarven.

Der beste Zeitpunkt zum Gießen ist früh am Morgen, vor 7 Uhr. Zu dieser Zeit sind die Pflanzen noch kühl von der Nacht, das Wasser kann gut in den Boden einsickern, und die Pflanzen sind, optimal für den heißen Tag versorgt. Außerdem trocknen die Blätter durch die morgendliche Sonne schnell, was Pilzkrankheiten vorbeugt.

Abends ist das Gießen weniger ideal, viel Wasser auf der warmen Erde verdunstet und dadurch Schnecken angelockt sowie Pilzkrankheiten gefördert werden. Mittags sollte man gar nicht gießen, das Wasser verdunstet schnell, und die Pflanzen bekommen durch kaltes Wasser einen Hitzeschock, der sich negativ auswirken kann.

Zusätzlich empfiehlt es sich, mit lauwarmem Wasser zu gießen, das idealerweise einen Tag in der Gießkanne gestanden hat, um eben auch Kälteschocks zu vermeiden.

Automatische Bewässerung: 

Bewässerung soll intensiv, aber nicht täglich erfolgen, das Wasser soll während der Bewässerung bis spatentiefe gegossen werden. Das sind ca 10-20 l pro m2 (Wiese: Rasen), je nach Bewuchs. Dies kann mittels Spaten, bzw. Regenmesser getestet werden.

Tipp: zu Beginn des Gartenjahres mittels Spatensichts nach der Bewässerung die ausreichende Durchfeuchtung überprüfen, nah der Spatenstichstelle vor Bewässerungsbeginn ein Gefäß zum Wassersammeln aufstellen (kann Regenmesser, Kaffeebecher o.ä. sein). Dadurch wird die Gießdauer für die richtige Durchfechtung festgestellt, bei jedem weitern Gießvorgang muss dann nur mehr das Gefäß aufgestellt werden, wenn die erforderliche Füllmenge erriecht ist, Vorgang beenden.

Jetzt kann dann mit der gemessenen Zeit und der Temperatur ein Bewässerungszyklus erstellt werden um die Wiese/ den Rasen zu gießen:

Bei Temperatur zwischen 20 und Grad recht das Gießen alle sieben bis 10 Tage.

Bei Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad auf fünf bis 7 Tage verkürzen.

Bei Temperaturen ab 35 Grad alle 2 bis vier Tage gießen.

Rechtzeitig anfangen, nicht erst wenn das Gras braun ist.

Für Strächer und Stauden und im Gemüsebeet empfiehlt sich eine Tröpfchenbewässerung zum Wurzelbereich, diese ist zwar kostenintensiv in der Anschaffung, das Wasser wird allerdings zielgerichtet ausgebracht. Diese sollte über Bewässerungscomputer gesteuert werden, die Dauer lässt sich wiederum mit Spatenprobe eruieren.

Bei computergesteuerten Bewässerungsformen unbedingt Regensensoren verwenden! Nicht bewässern, wenn es regnet.

Für den Urlaub zur Versorgung von Topfpflanzen bzw. einzelnen Pflanzen gibt es im Internet sehr gute Ideen z.B. PET-Flaschen die gefüllt kopfüber mit angebohrtem Deckel in die Töpfe gestellt werden.

Besonders durstige Pflanzen können über Tontöpfe (nicht glasierte, unteres Loch mit Korken verschlossen), die zum Wurzelbereich eingegraben werden, bewässert werden, auch hier bitte abdecken, wegen der Kleintiere. Dadurch wurzeln diese Pflanzen tiefer ins Erdreich, und trockenen nicht so schnell aus.

Auch Bäume müssen in Trockenperioden gegossen werden 

Um Bäume, während der Trockenperiode zu unterstützen, bzw.um die Früchte zur Ausreifung zu bringen, müssen diese gegossen werden. Auch hier gibt es zu beachten: Ein Mal pro Woche aber dafür kräftig gießen! 50 l pro Woche pro Baum (abhängig vom jeweiligen Baum, Alter, Standort, Bewuchs…). Alternativ zu den 5 Gießkannen an einem Tag, kann ein Gießsack verwendet werden, das Wasser kann dadurch leichter zum Wurzelbereich vordringen.

Eine Mulchschicht in der Baumscheibe hilft die Bodenaustrocknung zu verhindern.

Hilfreiche links:

https://www.praskac.at/baumschule/pflanzentipps/richtig_giessen/

https://www.gardena.com/at/c/entdecke/garteninspiration/gartenmagazin/zehn-goldene-regeln-der-bewaesserung

 

https://www.ndr.de/ratgeber/garten/Den-Garten-richtig-Bewaessern-So-gehts,giessen144.html

https://www.ndr.de/ratgeber/garten/Den-Garten-im-Sommer-richtig-bewaessern,giessen103.html

Die Gartenfachberaterin der Bezirksorganisation Hietzing/Penzing

Änderung der Baumhalterhaftung –

§ 1319 b ABGB

Das ABGB (Allgemein bürgerliche Gesetzbuch) hatte bisher keine eigene Bestimmung für die Haftung von Schäden, die durch umfallende Bäume oder morsche Ästen entstanden sind, daher wurde § 1319 ABGB über die Bauwerkshaftung analog von den Gerichten herangezogen. Dies hatte aber eine Beweislastumkehr zur Folge, was dazu führte, dass viele Bäume vorsichtshalber gefällt oder stark geschnitten wurden, um Haftungsfälle zu vermeiden.

Ab 1.5.2024 ist nun der neue § 1319 b ABGB anzuwenden, sofern das Schadensereignis nach dem 30.4.2024 herrührt. Dieser stellt klar, dass die Beweislast nach den allg. Bestimmungen des ABGB zu erfolgen hat, womit die Beweislast im Haftungsfall beim Geschädigten liegt. Passivlegitimiert ist der Halter des Baumes, welcher meist auch Eigentümer sein wird. Von der Norm umfasst sind Schäden (Tod, Körperverletzung und Sachbeschädigung), die durch Umstürzen eines Baumes oder das Herabfallen von Ästen verursacht werden (der Sturz eines Arbeiters bei Baumarbeiten wäre sohin nicht umfasst).

Die Bestimmung ist auf Bäume anzuwenden, die sich nicht im Wald iSd. Forstgesetzes befinden. Befindet sich der betreffende Baum im Nahebereich eines Wegs, kann neben § 1319 b ABGB auch die Wegehalterhaftung nach § 1319 a ABGB greifen, die Anspruchsgrundlagen können daher parallel bestehen. Der Halter haftet nach § 1319 b ABGB bei Vernachlässigung der erforderlichen Sorgfalt bei der Prüfung und Sicherung des Baums, wobei die Sorgfaltspflichten gemäß Abs 2 der Norm nach mehreren Kriterien abzuwägen sind (zB Standort, Größe, Zustand etc).

Innerhalb eines Waldes bestimmt sich die Haftung weiterhin nach § 176 ForstG., welcher den Sorgfaltsmaßstab auf zumindest grobe Fahrlässigkeit einschränkt und zudem keine Pflicht zur Abwendung der Gefahr von Schäden, die abseits von öffentlichen Straßen und Wegen durch den Zustand des Waldes entstehen könnten, festlegt.

BIOTONNEN

Sehr geehrte Parzelleninhaber, leider kommt es in letzter Zeit immer wieder vor, dass die MA 48 Mitarbeiter Biomüll der nicht in die Tonne gehört – siehe weiter unten – aus dem Biocontainer nehmen und am Vereinshausplatz liegen lassen.

Diesbezüglich sind wir auch schon in Kontakt mit der MA 48.

Um das zu vermeiden ersuchen wir Sie die Vorgaben der MA 48 genau einzuhalten. 

Für die Biotonne geeignet

  • Aus dem Garten: Rasenschnitt, Laub, Baum- und Strauchschnitt, Ernterückstände, Stauden, Fallobst, Wasserpflanzen
  • Aus Küche und Haus: ungewürzte und ungekochte Obst- und Gemüseabfälle, Pflanzen mit geringen Mengen anhaftender Blumenerde im Wurzelbereich, Tee- und Kaffeesud
  • Grundsätzlich gilt: Nur jene Abfälle gehören in die Biotonne, die auch auf den Komposthaufen gegeben werden.
  • Nicht geeignet für die Biotonne
    • Restmüll: Fleisch, Knochen, Eier, Milchprodukte, Speisereste, Verbundmaterialien (z. B. Windeln), Staubsaugerinhalte, Katzenstreu, gewürztes und/oder gekochtes Obst und Gemüse
    • Gelbe Tonne oder Gelber Sack: Verpackungen und Plastiksackerl – auch Bio-Plastiksackerl oder andere Bio-Plastik-Verpackungen
    • Alle anderen Altstoffe, wie beispielsweise Weiß- und Buntglas, Altmetalle, Plastikflaschen, Papier und Kartonagen, Textilien et cetera gehören in die Altstoffsammlung beziehungsweise zum Mistplatz.
    • Erde, große Mengen Grünschnitt, Wurzelstöcke, Äste mit Durchmesser über 20 Zentimeter gehören auf den Mistplatz (bis zu zwei Kubikmeter pro Anlieferung).
    • Lackiertes oder beschichtetes Holz wird ebenfalls auf den Mistplätzen gesammelt.
    • Altöl, Batterien, Chemikalien aller Art, Lacke, Farbreste und Medikamente gehören in die Problemstoffsammlung. Speiseölreste in unseren Entsorgungsbehälter am Vereinshausplatz oder in der Eichbachgasse 27 bei den Stiegen

Abholung oder Übernahme von Baum- und Strauchschnitt

  • Abhol-Service

Gartenbesitzer*innen sowie Kleingarten- und Siedlungsvereine in Wien können größere Mengen an Baum- und Strauchschnitt abholen lassen. Die Abholung kostet 180 Euro pro Lkw-Ladung (mindestens 6, maximal 12 Kubikmeter).

Abholung beantragen

Selbstanlieferung

Größere Mengen können auch selbst zum Rinterzelt geliefert werden. Die Kosten für die Übernahme werden entsprechend der aktuellen Tarife verrechnet.

Bis zu 2 Kubikmeter Baum- und Strauchschnitt können bei den Mistplätzen abgegeben werden.

07.02.2023

Aktion Obstbaum statt Nadelbaum

Die Aktion Obstbaum statt Nadelbaum ist eine Aktion des Landesverbandes Wien der Kleingärtner.

Wer einen Nadelbaum entfernt bekommt gratis einen Obstbaum nach Sortenwunsch.

Nadelbäume sind keine Kulturen für Kleingärten und würden auf natürliche Weise nicht wachsen sondern müssen gepflanzt werden.

Jeder Obstbaum wächst ganz natürlich auf Böden der Kleingärten und bietet z.B. den einheimischen Vögel eine Vielfalt an Lebensraum.

Bitte nehmen Sie diese Aktion zum Anlass und tauschen Sie Nadelbäume im Kleingarten gegen Obstbäume Ihrer Wahl.

Dazu ist es notwendig ein Foto vor Entfernung des Nadelbaumes und eines danach zu machen, wobei man zweifelsfrei erkennen sollte um welche Parzelle es sich handelt!

Laden Sie sich hier das Formular für den Tausch herunter und mailen Sie das ausgefüllte, eingescannte Formular mit den Fotos an uns.

Wir leiten das Mail an den Landesverband Wien weiter.

Ihre Vereinsleitung

Bericht unseres Gartenfachberaters
Dr. Albert Grohs

Bericht zur Jahreshauptversammlung 2025

Liebe Gartenfreunde!

Für die Entwicklung der Gartenvegetation in diesem Frühjahr gab es schon im Vorjahr 2024 extreme Voraussetzungen. Es war ein besonders heißer und trockener Sommer nach einem anfänglich kühlen Frühlingsbeginn, einem vergleichsweise nassen Mai. Doch schon im Juni folgten heiße Wochen, die eine tiefreichende Trockenheit verursachten, die unseren Gärten auch bei gutgemeinter Bewässerung nicht die für gutes Gedeihen unserer Kulturen notwendige Feuchtigkeit brachte. Erst um die Mitte des Septembermonats mit dem Jahrhunderthochwasser kam diese, jedoch in solchem Übermaß, dass, auch wenn wir nicht direkt von den großen Überschwemmungen betroffen waren, Wasser in viele Keller eindrang und Materialschäden verursachte. Reifendes Obst war geschädigt durch Aufplatzen der Schalen mit anschließender Fäulnis der Früchte, aber auch im Gemüseanbau  gab es Probleme, vor allem durch die bei Tomaten durch andauernde Nässe auftretende Krautfäule, die anstelle bester Reifezeit zum Absterben vieler Pflanzen führte.

Leider gab es im Anschluss an diese Katastrophe keine durchgreifende Besserung in Richtung eines sommerlichen Wettercharakters, sodass die Abtrocknung der Mauern und tiefer gelegener Räumlichkeiten nur sehr zögerlich voranging.

War nun das Wetter des Vorjahres geprägt von den Extremen von großer Trockenheit bis hin zur Hochwassersituation, so sehe ich gerade in diesem Umstand die Ursache dafür, dass bei Pflaumen, Zwetschken und Ringlotten, aber auch bei verschiedenen Birnensorten, die Ausbildung befruchtungsfähiger Blüten bereits in den Vorjahresknospen mangelhaft war, was in der heurigen Obstblüte bei den genannten Obstarten zu keinem nennenswerten Fruchtansatz geführt haben könnte. Offenbar gab es heuer nur bei Apfelbäumen ausreichend befruchtungsfähige Blüten wie ja der spätere reiche Fruchtansatz gezeigt hat, der allerdings trotzdem aus anderen Gründen zu keiner ganz zufriedenstellenden Ernte geführt hat, weil das sehr wechselhafte Sommerwetter einen Befall von Schorf begünstigt hat und außerdem ein sehr starker Befallsdruck durch Schädlinge (auch bisher unbekannter aus anderen Klimazonen) gegeben war, dem nur schwer gegenzusteuern war.

Kennen Sie übrigens den Siebenschläfer-Tag? Das ist ein Lostag der Bauernregel: Wie das Wetter an diesem Tag (zur Sommersonnwende) so bleibt es den gesamten Sommer über… Davon können wir heuer wirklich mehr als ein Lied singen… Und Franz Zeiler, der Privat-Meteorologe aus dem Triestingtal sieht diese Regel auch wissenschaftlich immer wieder bestätigt. Es war ja meist, auch ohne wirklich ausreichenden Regen stark wechselnd mit wenigen heißen Tagen und dann wieder kühl und durch kürzere Regenspritzer wieder feuchter.

Am besten sind noch Jahr für Jahr die Ernten an Beerensträuchern wie Ribisel rot, weiß und schwarz, Stachelbeeren (mehltaufreie Sorten), Youngbeere sowie Himbeeren und Brombeeren. Jetzt im Herbst sollte man die Jungtriebe der Himbeeren und Brombeeren lang lassen, abgetragene Triebe bodengleich wegschneiden.

Insgesamt ist die Ernte des laufenden Jahres teils ausgefallen, oder meist auch unterdurchschnittlich. Die Ausfälle sind aber erstmals nicht wie in anderen Jahren auf Schäden durch Spätfröste oder Hagel zurückzuführen sondern viel eher auf einseitig lang anhaltende Wetterlagen, die den Pilzbefall begünstigt haben bzw. den Schädlingsbefall, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen wurden.

Nun nochmals zurück zur Frühjahrsblüte, speziell der Marillen, an denen der Schaden meist im ganzen Wiener Raum exorbitant war.

Die Marillenblüte war in den letzten Märztagen in Hochform als nach langer Trockenperiode  Jänner bis März (Der Kardinal rief schon zum Gebet um Regen auf) genau in die Blüte ein zweitägiger Regen fiel, der die starke Moniliainfektion mit sich brachet, der nicht nur fast die gesamte Blüte zum Opfer fiel, sondern auch den jungen Austrieb zum Absterben brachte, sodass der Neuaustrieb entsprechend spät erfolgte.

Bleibt nur die Frage, was wir, wenn auch im kleinen Rahmen tun können, um das Klima wieder in normalere Bahnen zurückzubringen. Eine wichtige Mahnerin scheint mir dabei die Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb zu sein, man sollte sich an sie halten. Auch in unseren Anlagen können wir schauen, dass wir nicht unnötig Böden der Versiegelung opfern und damit der Überhitzung der Städte Vorschub leisten. Leerstehende Objekte sanieren, statt auf grüner Wiese neu bauen, sparsam und ökologisch mit Ressourcen umgehen, Verteuerungen vermeiden, war schon die Devise meines verstorbenen Altersgenossen Erhard Busek. Seinem Drängen verdanken wir auch die Wiederinbetriebnahme der Vorortelinie (S 45), ein wichtiger Schritt zum Umweltschutz.

Dieses unstete Wetter hat natürlich auch den Rosen schon sehr früh zugesetzt. Die Rosen-Pilzkrankheit Sternrußtau hat oft zur Folge die vorzeitige Entlaubung der Rosenstöcke, die dann nur mehr schwächlich blühen können. Dazu mein Tipp: Rosenspritzmittel Curamat ab Ende April 14 tägig anwenden, ab Ende Juni nur mehr alle drei Wochen bis Ende August, der Rosenrückschnitt sollte erst im Frühjahr zur Zeit der Forsythienblüte erfolgen, jetzt im Herbst nur soweit zurückschneiden, dass man die Beete bearbeiten und die Stöcke an der Basis mit Erde zum Schutz der Veredlungsstelle vor strengem Frost anhäufen kann.

Ich bin sehr froh. dass das Gründungsfest „85 Jahre Kleingartenverein Knödelhütte“ trotz  unbeständigem Wetter gut über die Bühne gegangen ist. Ich finde es richtig, dass wir auch immer wieder an die Leute denken, die damals unter kargsten Bedingungen Hand angelegt haben, sparsam wirtschaften mussten in diesen Jahren nach dem Krieg und dabei so familiär, sozial waren, Nachbarschaft gepflegt haben, ein bisschen habe ich es ja mitbekommen, 1953, als meine Eltern den Garten übernahmen.

Und jetzt komme ich last but not least zu unserem jungen Peregrin, der bereit war, meine Aufgabe als Fachberater zu übernehmen. Es ist super, dass er viel Wissen und Praxis von der Bodenkultur mitbringt und dazu ein ausgesprochenes Gefühl für Pflanzen und Gestaltung hat.

Ich wünsche ihm für seine neue Tätigkeit das Allerbeste!

Mit herzlichen Grüßen und meinem Dank fürs Vertrauen

Ihr scheidender Fachberater Dr. Albert Grohs

Bericht zur Jahreshauptversammlung 2024

Liebe Gartenfreunde!

Für uns geht dieser Frühling in die Geschichte einer ohnehin unberechenbaren Welt ein. Experten sind ob der Extreme schon besorgt um die Vegetation und fordern Aufmerksamkeit für den Klimaschutz.

Wir erinnern uns an die enorme Trockenperiode im Vorjahr, an den abendlichen kurzen Minuten–Hagel, der Dellen auf Autos und Schäden an manchem Gewächshaus zurückließ, doch die Trockenheit wurde erst nach und nach im meist viel zu warmen, aber oft nassen Winter beendet. Das seltene Schnee-Ereignis Anfang Dezember bleibt in Erinnerung, auch wegen der vielen Bruchschäden an Ziergehölzen. Es war nass-schwerer Schnee, der sehr schnell wieder schmolz, sodass Kinder fragten, ob denn der Frühling schon kommt(!)…

An den Rosentrieben war zu merken, dass keine richtige Vegetationsruhe zustande kam. Und so öffneten sich auch bei uns (einer der kältesten Gegenden Wiens) die ersten Marillenblüten bereits am 23. Februar. Das tolle Blühwetter hätte trotz zweier Frostnächte eine gute Ernte erwarten lassen, wären nicht noch Regentage in die offenen Blüten gekommen. Erst das hat die verbreitete Monilia-Infektion mit beträchtlichen Schäden bewirkt. Die Bäume regenerieren sich jetzt wieder, auch wenn der meiste Fruchtansatz verloren ist. Am besten die abgestorbenen Zweige und Äste wegschneiden!

Üppig und früh wie nie zuvor entfaltete sich die Magnolienblüte. Leider wurde sie durch den erwähnten Frost jäh beendet!

Ein anderes Ziergehölz, das früher Jahr für Jahr prächtig und duftend die Maienzeit eingeleitet hat, der Flieder, ist in die Krise geraten: kaum Blütenansätze, unregelmäßig oder wenig belaubt, kein erfreulicher Anblick. „Fliederseuche“ sagte man mir, ein Virus und sei durch Luftfeuchtigkeit begünstigt. Kurzum, ich habe meine Fliederbüsche ordentlich zurückgeschnitten und hoffe nun auf einen gesunden neu Austrieb für das nächste Jahr.

Hoffen wir also trotz allem auf ein soweit gedeihliches Jahr, auf genügend Wasser im Sommer und natürlich dass unsere Gärten von Unwettern verschont bleiben.

Betrachten Sie dieses Fleckchen Erde, das Sie mit Liebe betreuen, wie eine kleine Insel. Diese vielen kleinen Wunder friedlichen Geschehens. Dieses Urlaubsgefühl können sie in der Natur haben sooft sie es wollen und zulassen. Das macht das Ambiente liebenswert. Nehmen Sie sich selbst nicht davon aus und gönnen Sie sich so oft wie möglich solche schöpferischen Pausen!

Gerne für Sie da, und mit besten Wünschen,

Ihr Fachberater Dr. Albert Grohs
albert.grohs@gmx.at
0650 55 44 623 oder 01 526 19 93